Die Königsberger Burschenschaft Gothia zu Göttingen über sich selbst aus Anlaß ihres 150. Stiftungsfestes

Die Königsberger Burschenschaft Gothia feiert in Freude über das Erreichte und Zuversicht für das Zukünftige die 150. Wiederkehr ihrer Gründung als Burschenschaft im November 1854. Die letzten 150 Jahre deutscher Geschichte sind von solchen Irrungen und Wirrungen erfüllt, dass eine Selbstbesinnung auf Unverrückbares anläßlich des 150. Stiftungsfestes angebracht erscheint.

Die Königsberger Burschenschaft Gothia wurde in Königsberg in Preußen gegründet, der alten Krönungsstadt der preußischen Könige, der Stadt der Albertina als erster evangelischer Universität, der Stadt Immanuel Kants und der Aufklärung, der Stadt großer Kultur, aber auch fröhlichen Studententums. Wir gedenken Königsbergs in Wehmut und Trauer. Die großen geistigen Traditionen der Albertina und Ostpreußens bleiben uns lebendige Verpflichtung.

Die Königsberger Burschenschaft Gothia ist seit 1854 EHRE, FREIHEIT und VATERLAND verpflichtet. Viele unserer Bundesbrüder haben in drei großen Kriegen mitgekämpft und sind dabei gefallen. Sie haben mehr Moral, Pflichterfüllung und Treue bewiesen als zuletzt die Machthaber des Vaterlandes ihnen gegenüber. Das Andenken an diese Bundesbrüder bleibt ungeschmälert und dauerhaft ungebrochen, so wie wir auch die in Friedenszeiten gestorbenen Bundesbrüder in dankbarer Erinnerung behalten.

Burschenschaft Gothia in Königsberg

Die Königsberger Burschenschaft Gothia versteht wie zur Gründungszeit auch heute - als Lehre aus den Katastrophen unserer deutschen Geschichte – EHRE, FREIHEIT und VATERLAND als Eintreten für Menschenwürde und demokratischen Rechtsstaat, in dem deutsche Interessen ihren Fürsprecher und Verteidiger finden. Dies schließt europäische Verankerung und Verantwortung gegenüber anderen gleichermaßen friedfertigen Völkern der Welt ein. Unsere Ehre soll hochstehen, aber nicht über anderen. Unsere Freiheit soll  nicht mindere Freiheit anderer bedeuten. Wir waren, sind und bleiben parteipolitisch unabhängig, offen für alle Demokraten, ablehnend gegenüber Gewalt und politischer Radikalität. Gleich so gesinnte und ehrenhafte Burschenschaften grüßen wir Königsberger Gothen in Respekt und geistiger Verbundenheit.

Die Königsberger Burschenschaft Gothia sieht es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben an, junge Studenten in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten die Werte von EHRE, FREIHEIT und VATERLAND, wie wir sie in unserer Zeit verstehen, zu vermitteln. Wir wollen sie dazu befähigen, diese Werte auch nach außen überzeugend zu vertreten. Wir wollen ihnen in unserem Lebensbund die Möglichkeit des Gedankenaustausches zwischen jung und alt geben und Freundschaften für das ganze Leben zu finden.

Die Königsberger Burschenschaft Gothia ist vitaler Teil des burschenschaftlichen Süddeutschen Kartells, dem wir seit 1924 angehören und das sich allzeit als freundschaftlich, treu und uns wechselnd schützend erwiesen hat. Für die Treue zu uns danken wir durch unsere Treue zu den Kartellburschenschaften und deren Mitgliedern.

Die Königsberger Burschenschaft Gothia dankt der Stadt Göttingen für neues städtisches Bürgerrecht und sieht sich heute akademisch an der Georgia-Augusta beheimatet, der leider nur zeitweiligen Patenuniversität für die verlorene Königsberger Albertina. Gerade angesichts eines auf Frieden gestimmten zusammenwachsenden Europas lohnte die inhaltliche Wiederbelebung dieser Patenschaft. Die Königsberger Burschenschaft Gothia grüßt die Stadt Göttingen in freundlicher Verbundenheit und die Georgia-Augusta zu der wir uns in der Zukunft  eine engere Verbindung erhoffen.“

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