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Das akademische Fechten

Dass Studenten das Fechten lernen ist beinahe so alt wie die Universitäten selbst. Die Art des akademischen Fechtens, wie sie heute betrieben wird, ist knapp 150 Jahre alt. Über die Jahrzehnte gab es kontinuierliche Veränderungen, sodass die Gerüchte und Mythen über blutige Rituale heute wortwörtlich Geschichte sind.

Wie funktioniert das Ganze?

Im Grunde genommen ist es eine Art Choreographie, in welcher es darum geht, die erlernte Technik so sauber und konsequent als möglich zu zeigen. Wichtig ist dabei zu betonen, dass man nicht gegeneinander, sondern miteinander „ficht“, denn der „Kontra“ (ein Angehöriger einer anderen schlagenden Verbindung) muss eben auch dasselbe zeigen. Daher achtet man darauf, dass die „Paukanten“ (so werden die zwei Fechtenden genannt) das gleiche Niveau haben, denn Fairness steht an erster Stelle. Bei einer solchen „Partie“ geht es nicht um Gewinnen oder Verlieren, sondern einzig und allein darum, dass man seine Sache korrekt durchzieht.

Erwähnenswert ist noch, dass man sich beim akademischen Fechten, anders als beim olympischen Fechten, starr gegenübersteht und sich ausschließlich der Arm bewegen darf, mit dem der Korbschläger geführt wird. Es geht also um genaue und koordinierte Bewegungen. Das übt man selbstverständlich ein, meistens anderthalb- bis zwei Semester. Beigebracht wird das Fechten vom „Fechtwart“ (ein Bundesbruder) und dem „Fechtmeister“ (der macht das hauptberuflich).

Auf der Mensur, also der Partie mit scharfen Korbschlägern, ist man selbstverständlich mit Kevlarbandagen und Kettenhemd, sowie Mensurbrille und Handschuh geschützt. Und wenn man auf dieser Partie alles genau so macht, wie man es gelernt und beigebracht bekommen hat, kann auch nichts passieren.

Und warum machen wir das?

In erster Linie ist es eine Art Sport. Nach einem langen und verkopften Unitag ist es ziemlich angenehm, etwas Körperliches zu machen. Aber das ist natürlich nicht alles. Der Hauptgrund ist schlicht und ergreifend, dass es für die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und für den fechtenden Bundesbruder ein einzigartiges Erlebnis ist. Außerdem kann man beim Trainieren im Team von der Erfahrung der älteren Bundesbrüder lernen. Jeder Bundesbruder stellt während seiner Aktivenzeit zwei Bestimmungsmensuren, was für die Gemeinschaftsbildung eine wertvolle Erfahrung ist.

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